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Die Geschichte der Chinchilla

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Die romantische Geschichte der Chinchilla

An dieser Stelle möchte ich Ihnen die romantische und rührende Geschichte der Chinchilla und die, des Mathias Ferrel Chapman erzählen. Natürlich hat die Geschichte auch eine negative Seite: man liest auch den traurigen Teil, der von der Ausrottung der Chinchillas handelt.

Die Chinchilla war schon weit vor dem 16. Jahrhundert begehrt. Schon zu der Zeit wussten die Chincha Indianer das Tier zu schätzen, leider anders als wir es heute tun. Das Fleisch der Chinchilla wurde als schmackhaft bezeichnet, das geschorene Haar ließ sich gut verweben und die Felle gaben weiche Unterlagen zum Schlafen. Nach diesen Ureinwohnern soll auch später von den Spaniern die Chinchilla benannt worden sein.

Heute gibt es auch die Theorie, die Chinchillas seien nach einer Stadt im Andengebiet benannt worden.

Nun wurden aber die Chinchas von den Inkas besiegt. Die Inkas verboten den Chinchas die Felle zu benutzen. Sie selbst deckten nun ihre Herrscher damit ein und so wurde das Chinchillafell schon vor dem 16. Jahrhundert zum Königsschmuck.

Im 16. Jahrhundert besiegten die Spanier alle Indianer, also sowohl die Chinchas als auch die Inkas. Die Spanier waren es auch, die den Tieren nun ihren Namen gaben.




 

Die Königin und der Hauptmann

Als nun Königin Isabella von Spanien Soldaten nach Südamerika schickte, um bei den Indianern Tribute, sowie Gold, Silber und Edelsteine einzutreiben, passierte folgendes:

In den Gebieten der Anden wurde es am Abend sehr kalt und ein Hauptmann sah, dass sich die Indianer in Decken hüllten, die wohl sehr gut wärmten. Diese Decken waren von einer Schönheit, die der Hauptmann noch nie zuvor gesehen hatte. Sie waren aus Chinchillafell.
Er war von diesem Fell so beeindruckt, dass er selbst ein Gewand aus diesem Fell besitzen wollte. Sein Verlangen war so groß, dass er mit einem Häuptling einen Teil der Schätze, die für die Königin gedacht waren, gegen ein Gewand aus Chinchillafell eintauschte. Erst als der Hauptmann wieder in Spanien ankam, wurde ihm klar, dass er nun für die Königin nicht genügend Schätze mit gebracht hatte und das er in großen Schwierigkeiten war; er musste mit dem Kerker oder dem Tod rechnen.
In seiner Not sah er nur einen Ausweg: Er behielt die sowieso nicht ausreichende Menge an Juwelen, Gold und Silber und ließ der Königin statt dessen das Gewand aus Chinchillafell bringen. Er selbst hielt sich unterdessen aber verborgen.
Nun, wie sollte es auch anders sein, er hatte Glück; die Königin war von diesem Gewand so beeindruckt, dass sie den Hauptmann begnadigte, denn sie war der Auffassung, dass der ihr gebrachte Mantel einen höheren Wert habe, als die von ihr geforderten Tribute. Diese Tatsache wurde leider den Chinchillas zum Verhängnis.
Nun wollten alle Herrscher diesen Pelz und so stellten sie dem Chinchilla genauso nach, wie sie es zuvor mit Gold, Silber und Juwelen taten. Dadurch starb das Tier fast aus. Mit allen möglichen Mitteln versuchten sie die Tiere einzufangen. Sie verfolgten sie bis hoch in die Berge.
Und wie der Evultionskreislauf es vorsieht, wurde bei den Chinchilas, je höhere sie sich in die Berge verzogen, durch die Kälte, das Fell noch dichter.
Doch gerade diese Tatsache veranlasste die Jäger, den Tieren noch unbarmherziger nach zustellen. Leider wurden nun die geringen Restbestände auch noch von Fuchs und Kondor ausgerottet. Heute wissen wir, dass man die Natur nicht ausbeuten kann.
Die Exportzahlen für Felle fielen zwischen 1899 und 1915 erheblich ab, hatte man Anfangs noch 500000 Felle, so waren es innerhalb von 16 Jahren nur noch ca. 3000 Felle.

Diese Zahlen sollte man einmal auf sich wirken lassen. So kann man sich vorstellen, mit welcher Hartnäckigkeit und Gier man zu der Zeit die Tiere gejagt hatte.

1918 reagierte, leider für unsere Chinchillas viel zu spät, die südamerikanische Regierung. Sie verhängte nun eine Ausfuhrsperre.




 

Die Chapman Story

Als der Bergswerkingeneur Mathias Ferrel Chapman in den Anden tätig war, hatte er in der Stadt Potrerillos/Chile zu tun. Er war für eine Reihe Bergwerkgruben verantwortlich, die in der Nähe der Stadt auf einer Höhe von etwa 3500 Meter lagen.
Als er eines Tages auf dem Weg zu einer Grube an einer Schmiedewerkstadt vorbei kam, zeigte ihm der Schmied zwei Chinchillafelle. Chapman war von der Schönheit der Felle so beeindruckt, dass er alles darüber wissen wollte. So erfuhr er, dass der Schmied die Felle von einem Indianer hatte.
Der große Tierfreund Chapman vereinbarte nun den Fang einiger Chinchillas um sie als Haustiere zu halten. Nach einiger Zeit brachte ihm ein alter Indianer einen kleinen Blechbehälter ins Lager. In diesem Behälter befand sich ein Chinchilla, das zu der Zeit schon 14 Tage in diesem Gefängnis verbracht hatte. Da die Indianer glaubten, Chinchillas würden nie trinken, hatte das Tier 14 Tage ohne Wasser und mit nur wenig Nahrung verbracht. Chapman wurde schnell bewusst, welche Strapatzen dieses kleine Tier hinter sich hatte.
In diesem Behälter musste es ja tagsüber heiß wie in einem Backofen und nachts kalt wie im Eisschrank gewesen sein. Ihm war klar, dass er soeben die Bekanntschaft mit einem sehr anpassungsfähigen Wesen gemacht hatte. So bezahlte er den Indianer und gab dem Chinchilla Wasser. Außerdem überlegte er, dass das Tier innerhalb von 14 Tagen, bei den wirklich sehr schlechten Bedingungen, in dem Behälter einen Höhenunterschied von 3000m überwunden hatte. Dies bestärkte ihn um so mehr in seinem Entschluss, dieses Tier als liebes, putziges Haustier zu halten. In diesem Moment wurde schon der Grundstein zu allen weiteren Forschungen und Zuchten gelegt.

An dieser Stelle muss ich einfügen, dass sich die Idee, das Chinchilla ausschließlich als Haustier zu halten, also als liebenswerten Hausgenossen, erst in den letzten 20 Jahren durch gesetzt hat.
Hier sei vielleicht noch erwähnt, dass dieses erste Chinchilla beim Fang ungefähr 2 Jahre alt war und noch weitere 18 Jahre in Gefangenschaft weiterlebte. Also erreichte es ein Alter von ca. 20 Jahren.
In den nachfolgenden Jahren gelang es Chapman tatsächlich, einige Tiere einfangen zu lassen. Nun bemühte sich Chapman um eine Export Genehmigung für seine Tiere. Auch als 1922 sein Vertrag mit der Mienengesellschaft ablief, bekam er trotz aller Bemühungen die Genehmigung nicht.
Nun kam ein weiteres Problem hinzu, er musste die Tiere von Südamerika nach Nordamerika bringen. Dabei musste er unbedingt auf günstige Wetterverhältnisse achten, da mit diesem verschiffen ein Jahreszeitenwechsel verbunden war. Er brachte die Tiere in einen Überseehafen, wo er auch die weiteren Vorbereitungen für den Weiteretransport in die USA traf. Die Tiere gelangten so schnell an die Küste, wie die Zugverbindungen es zuließen.
Viele, auch berühmte, Chinchillahistoriker behaupten, Chapman habe die Tier mit äußerster Vorsicht transportiert und auch habe er ihnen immer nur ein paar hundert Fuß Höhenunterschied zugemutet, doch laut der Ausführung von Harry Reinhardt Eckardt, soll dies nicht den Tatsachen entsprechen.
Als sich Chapman auf einem japanischen Frachter als Passagier eintrug, bat er um die Erlaubnis, die Chinchillas mit in seine Kabine nehmen zu dürfen. Chapman war klar, das die Tiere sonst großer Hitze ausgesetzt würden. Dies wurde ihm aber vom Kapitän untersagt.
Chapman ließ also die Tiere erst im Laderaum unterbringen, da ihm aber klar war, dass die Chinchillas eingehen würden, schmuggelte er sie mit der Hilfe seiner Freunde in die Kabine. Nachdem der Frachter den Hafen verlassen hatte, informierte er den Kapitän und drohte bei Verlust der Tiere, die Schiffslinie auf Schadensersatz zu verklagen. Er erklärte dem Kapitän, dass die Tiere einen unschätzbaren Wert hätten. So gab der Kapitän schließlich seine Einwilligung.

Wie wir alle wissen, sind Chinchillas sehr Hitze empfindlich, dies haben sehr viele Halter im Jahre 2003 feststellen müssen.
Um dieses Problem wusste auch Mathias Ferrel Chapman. So hatte er sich für diesen Transport Spezialboxen gebaut. Die Käfige hatten jeweils ein extra Fach für Eis. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen behielt er seine elf Tiere ständig unter Beobachtung. Dies sollte sich auch als richtig herrausstellen, denn als der Frachter die tropische Zone passierte, wurde er von den Tieren dringend gebraucht. Überwältigte die große Hitze ein Tier fast, so schlug er dieses in Eiswasser getauchte Handtücher, dieses wiederholte sich während der Reise mehrmals. Trotz aller Maßnahmen und Hilfeleistungen konnte Chapman die Tiere nicht komplett schützen. So war ihm leider ein Tier auf der Reise verstorben, doch es gab auch etwas erfreuliches, denn 1 Weibchen hatte während der Reise ein gesundes Jungtier zur Welt gebracht.
So kam er schließlich im Februar 1923 mit elf Chinchillas in San Pedro/ Californien an.
Fast alle Tiere hatten die Fellhaare zu diesem Zeitpunkt verloren. Chapman nahm die Tier zu sich ins Haus und behielt sie auch dort, bis alle Fellhaare nachgewachsen waren.
So begann 1923 das Chinchillagewerbe mit elf Tieren. Es waren 4 Weibchen und 7 Männchen.
1926 brachte man nun die Tiere nach Inglewood. Chapman versuchte den Tieren den Weg zum Haustier zu erleichtern.


Es war nicht einfach, den Tieren eine angemessene Verpflegung zu kommen zu lassen. Auch die richtige Unterkunft zu finden und für Nachwuchs zu sorgen, gestaltete sich als nicht einfaches Unterfangen. Durch diese Probleme wurde er oft entmutigt. In Inglewood entstand so die erste Chinchillazucht der Welt. Dort stellte man auch sehr schnell fest, dass die Tiere von Natur aus sehr zäh und anpassungsfähig waren. Der dichteste Pelz wuchs nicht mehr im Juni, wie es in den Anden üblich war, sondern im November. Außerdem nahmen die Tiere außer der kargen, gewohnten Kost auch Rinden und Körnerfuter dankbar an. Außer Chapman engagierten sich sehr schnell noch einige Männer für die Tiere. Sie führten Experimente und Versuche durch, hierraus ergab sich, dass die Chapmanzucht bald zu einer Quelle wertvoller Erkentnisse und Erfahrungen wurde. Schnell wurde die ursprüngliche Inglewood Anlage in der Folgezeit auf 21, viel gestaltige Chinchillabehausungen erweitert. Zusätzlich wurden auch medizinische Anlagen, Betriebsgebäude und Büros angelegt.
Außer den schon beschrieben Problemen, erlebte Chapman 1931 den nächsten Rückschlag. Er hatte ca. 100 Tiere, als er einen Deutschen namens Brodie kennen lernte, dieser gab sich als Schweizer Syndikus aus. Er stahl Chapman 32 Chinchillas und floh damit nach Deutschland. Als er schließlich verhaftet wurde, waren angeblich alle Tiere bis auf zwölf verstorben. In Wirklichkeit waren die anderen verkauft worden.
In mehreren Verfahren versuchte Chapman seine Tiere zurückzubekommen, als er endlich den Rechtsstreit gewonnen hatte, war aber keines seiner Tiere mehr auffindbar.
Damals kostet ein Chinchillapärchen ca. 25000 Reichsmark, dies wären heute ungefähr 17000 €, dabei darf man den Preisanstieg nicht vergessen.
Der Nachwuchs dieser ursprünglich gestohlenen Tiere wurde dann in Deutschland, Polen und der Schweiz verkauft.
Chapman's Bemühungen zum Erhalt dieser Tierart führten, wie wir Chinchillahalter es heute alle wissen und schätzen, doch noch zum Erfolg.
1956 befanden sich bereits 2000 Tiere auf seiner Farm. Viele davon sollten sich unter fachmännischer Pflege vermehren, bis die Käufer eigene Zuchten errichtet hatten.

In den folgend Jahren wurden hunderte von Zuchten gegründet.




 

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Der Goldhamster

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